Beten, aber wie? – Teil 2b: Glauben

In der Andacht „Beten, aber wie? – Teil 2a: Glauben“ bin ich auf den Glaubensaspekt des Gebets anhand von Hebräer 11,1 eingegangen: „Es ist aber der Glaube eine Wirklichkeit dessen, was man hofft, ein Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht.“. Hier habe ich mit euch zwei wichtige Aspekte des Glaubens identifiziert: Zum einen „eine Wirklichkeit“, auf die wir vertrauen und hoffen können, und zum anderen „ein Überzeugtsein“, was eine Haltung des Betenden ausdrückt. Den ersten Aspekt habe ich mit euch in Teil 2a näher durchleuchtet und möchte in dieser Andacht nun auf die Haltung des Betenden beim Glauben eingehen.

 

Erwarte das Erbetene zu empfangen
Um zu wissen, in welcher Form sich die Haltung des „Überzeugtseins“ ausdrückt, ist es hilfreich, sich das Gegenstück, das Zweifeln, anzuschauen. Einen Zweifler vergleicht Jakobus beispielsweise in seinem Brief mit einer Meereswoge, die vom Wind getrieben und bewegt wird und dieser nicht erwarten solle, etwas vom Herrn zu empfangen (Jak. 1,6-8). Hier zeigt sich, dass der Mensch durchs Zweifeln unbeständig und widersprüchlich zum Erbetenen handelt und je nach Gemüts- und Lebenslage seine Haltung und sein Handeln ändert. Dementsprechend stellt sich beim glaubenden Menschen eine Erwartungshaltung ein, dass er das Erbetene empfangen wird und Verhält sich entsprechend erwartungsvoll. In der heutigen Zeit kann man das in etwa mit dem Warten auf ein bestelltes Paket vergleichen. Man weiß, dass es kommen wird und hat so eine entsprechende Erwartungshaltung. Nun ist es für einen Menschen wesentlich einfacher eine Erwartungshaltung einzunehmen und zu glauben, dass ein real bestelltes Paket eintrifft, als etwas im Gebet Erbetenes zu erhalten. Ein paar Möglichkeiten, die dir dabei helfen können, diese Erwartungshaltung im Gebet einzunehmen, möchte ich dir im Nachfolgenden weitergeben.

 

Wisse, dass du in seinem Willen betest und er dich hört
In 1. Johannes 5,15 heißt es: „Und wenn wir wissen, dass er uns hört, worum wir auch bitten, so wissen wir, dass wir erhalten, was wir von ihm erbeten.“ Diese Gewissheit und Zuversicht hast du, wie schon in „Beten, aber wie? – Teil 2a“ angesprochen, durch das Beten in Jesu Namen als unser Stellvertreter zur Ehre und nach dem Willen Gottes. Dies gilt insbesondere, wenn du in diesem Zusammenhang an Gottes Verheißungen und Versprechungen und damit an seiner Treue seinem Wort gegenüber festhältst. Hier ist zum einen zu beachten, dass du die in den Verheißungen zum Teil vorausgesetzten Bedingungen erfüllst und zum anderen ein reines Verhältnis zu Gott hast. Letzteres wird durch Jesu Worte aus Johannes 15,7 klarer: „Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so bittet, um was ihr wollt, und es wird euch zuteil werden.“. Wir bleiben in Jesus, wenn wir seine Gebote halten (1. Joh. 3,24), was nichts anderes bedeutet, als dass wir nicht in Sünde leben und in diesem Bereich im Reinen mit Gott sein sollen (Jes.59,1-2; Ps. 66,18; Joh. 9,31).

 

Sage Danke im Voraus
In Philipper 4,6 schreibt Paulus, dass die Gläubigen ihre Bitten im Gebet mit Danksagung vor Gott kundtun sollen. Durch die Danksagung nach dem Gebet nehmen wir die Verheißungen und das Erbetene in Besitz. Um im Bild des bestellten Paketes zu bleiben, wäre das der Zeitpunkt, wo das Paket bestellt und damit schon in unseren Besitz übergegangen, aber noch nicht angekommen ist. Ein weiteres Beispiel gibt Jesus selbst bei der Auferweckung des toten Lazarus. Noch bevor Lazarus von den Toten auferstanden ist, dankte Jesus dem Vater (Joh. 11,41).

 

Nehmt das Gebet ernst und seid beharrlich darin
Es ist wichtig, dass wir bewusst beten und nicht in eine Art Routine verfallen. Deswegen sollen wir unsere Bitten im Gebet vor Gott ernst nehmen. Darauf wird auch in Jakobus 5,16 hingewiesen: „Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.“. Gehen wir mit der entsprechenden Ernsthaftigkeit an das Gebet, dann stärkt es die Erwartungshaltung und den Glauben das Erbetene zu empfangen. In Kolosser 4,2 wird dazu aufgerufen, beharrlich im Gebet zu sein. Dies zeigt zum einen, wie ernst das Gebetsanliegen einem ist und zum anderen ist es auch eine Anspielung auf das Gleichnis mit dem ungerechten Richter aus Lukas 18,1-8, wo die Beharrlichkeit der Witwe ihren Glauben, Recht zu erfahren, widerspiegelt und sie letzten Endes zu ihrem Recht geführt hat. Jesus ermahnt hier die Auserwählten, eine entsprechende Beharrlichkeit im Gebet im Glauben aufzuweisen.

 

Handel im Glauben
Je nachdem, worum du gebetet hast, sollst du in der Erwartung handeln, das Erbetene zur rechten Zeit zu empfangen. Im Bild des bestellten Paketes, kann das zum Beispiel bedeuten, dass man an einer Maschine weiter arbeitet, mit der Erwartung, das notwendige Werkzeug für spätere Arbeiten zur rechten Zeit zu erhalten. Als ein weiteres Beispiel wäre Petrus aus der Bibel zu nennen, der im Tempel einen gelähmten Mann in Jesu Namen heilte und ihm in der Erwartungen, dass er geheilt werde, bei der Hand ergriff und ihn aufrichtete (Apg. 3,6-8). Es kann aber auch einfach nur bedeuten, im Glauben, dass Gott eingreifen, führen und zur Not korrigieren wird, die ersten Schritte in einem Projekt oder ähnlichem zu gehen. Hierzu heißt es in Sprüche 16,9 entsprechend: „Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg, aber der Herr lenkt seinen Schritt.“.

 

Damit bleibt mir zum Schluss nur noch zu sagen: Lest und studiert die Bibel täglich, damit ihr Gottes Willen und Verheißungen kennen lernt und darin wandelt. Glaubt bewusst, dass ihr empfangen werdet, dankt dem Herrn und handelt im Glauben. Ich wünsche euch viel Spass und Erfolg beim Beten und in eurer Beziehung mit Gott und verbleibe mit Jakobus 4,2: „…ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet“.

 

Hier geht es zu den anderen Teilen dieser Serie:

Beten, aber wie? – Teil 1a: Das Vater Unser

Beten, aber wie? – Teil 1b: Das Vater Unser

Beten, aber wie? – Teil 2a: Glauben

Verfasser: Thomas Rempel

Bildquelle: Photo by Claudio Schwarz | @purzlbaum on Unsplash 

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