Beten, aber wie? – Teil 1b: Das Vater Unser

In unserem vorigen Teil des Vater Unser Gebets hatten wir die erste Hälfte des Vater Unsers näher betrachtet und wollen uns nun die zweite Hälfte im Detail anschauen.


„Unser tägliches Brot gib uns heute.“ – Danach bitten wir ihn im Glauben für unseren täglichen Nöte, Sorgen und Aufgaben: sowohl materiell als auch spirituell (Jesus ist das Brot des Lebens). Wir vergegenwärtigen uns, dass wir in allen Dingen täglich vom Vater und seiner Gnade abhängig sind. Wir bitten im Vertrauen, dass er uns mehr als genug für unsere täglichen Aufgaben und Bedürfnisse schenkt. Durch das „unser“ nehmen wir zudem unsere Mitmenschen mit ins Gebet, dass unser Vater für sie sorgen wird. Auch durch uns.

 

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern“ – Wir alle sind für unser eigenes Handeln verantwortlich, jedoch haben diese Konsequenzen für uns, unsere Mitmenschen und nachfolgende Generationen. Wenn wir Sünde in unserm Leben nicht bereinigen, dann wird das früher oder später auf uns und unser Umfeld Auswirkungen haben. Darum ist die Beichte unserer Sünden und die Bitte um Vergebung ein sehr wichtiger Aspekt des Gebets. Damit stellen wir unsere Beziehung zum Vater und unseren Mitmenschen wieder her. Hierbei stellt die Vergebung unserer Mitmenschen oder Schuldner den wichtigsten Aspekt dar, welcher uns und unseren Mitmenschen befreit und als Beziehungsneustart dient. Vergeben wir nicht, dann sind wir an den Streit/Konflikt mit diesen Menschen gebunden und folglich nicht frei. Schlimmer noch: Der Vater wird uns dann auch nicht vergeben können, wenn wir unserem Nächsten nicht vergeben können (Mk. 11,25-26).

 

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen“ – Danach bitten wir um Schutz von unserem Vater gegen alle Anfechtungen des Feindes. Wir reflektieren in der Stille des Gebets, in welchen Situationen wir beispielsweise in Versuchung geraten. Wichtig ist, dass wir den Vater bitten uns zu erlösen. Damit machen wir uns bewusst, dass wir es aus eigener Kraft nicht schaffen, sondern auf unseren Vater hierfür angewiesen sind und wir unser ganzes Vertrauen und alle damit verbundenen Sorgen auf ihn werfen sollen.

 

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“ – Zum Schluss preisen wir den Vater und bekennen seine ewige Autorität („Reich“), seine ewige „Kraft“, die nicht nur seine Allmacht über die Naturgewalten gemeint, sondern auch die erlebbare Kraft Gottes, wie sie das Evangelium ist, die Menschen verändert und heiligt (Röm. 1,16). Diese führt letztendlich zur Herrlichkeit des Vaters.

 

Auf weitere wichtige Aspekte des Betens werden wir in Teil 2 eingehen.

 

Verfasser: Jonas Kröker und Thomas Rempel
Bildquelle: Photo by Ben White on Unsplash

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