Beten, aber wie? – Teil 2a: Glauben

Nachdem ich näher auf das Vater Unser eingegangen bin, möchte ich auf den Glaubensaspekt des Gebets eingehen. Was bedeutet es zu Glauben? Wovon ist der Glaube abhängig? Dies möchte ich mit euch im Nachfolgenden näher durchleuchten.

 

In Hebräer 11,1 steht über den Glauben: „Es ist aber der Glaube eine Wirklichkeit dessen, was man hofft, ein Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht.“. Es ist zu erkennen, dass zwei wichtige Aspekte in den Glauben einfließen. Zum einen „eine Wirklichkeit“, auf die wir vertrauen und hoffen können, und zum anderen „ein Überzeugtsein“, was eine Haltung des Betenden ausdrückt. Auf diese beiden Aspekte möchte ich mit euch separat eingehen und werde in Teil 2a zunächst nur die „Wirklichkeit“ des Betenden betrachten.

 

Vertraue auf Gottes Treue
Einer der wichtigsten Bausteine der „Wirklichkeit“, auf die der Betende hoffen und bauen kann, ist Gottes Treue zu seinem Wort. Und das sogar selbst dann, wenn der Gläubige Gott gegenüber untreu ist (2. Tim. 2,13). Denn Gott steht zu seinen Zusagen in seinem Wort und handelt um seines Namens willen. So sind auf alle Verheißungen Gottes, die er seinen Erben in Jesus verspricht, das Ja und Amen in Jesus (2. Kor. 1,20). Und man kann darauf vertrauen und bauen, dass Gott den Betenden hören wird, wenn er in Jesu Namen, welcher als Fürsprecher für uns bei Gott ist, etwas nach Gottes Willen bittet zur Ehre Gottes (1. Joh. 5,14; Joh. 14,13). Hierzu können im Gebet auch entsprechende Bibelstellen vor Gott gebracht werden, um Gott an seine Verheißungen und Versprechungen zu „erinnern“. Ein Beispiel hierfür ist in 2. Mose 32,13 zu finden, wo Mose Gott an seine Verheißungen gegenüber Abraham, Isaak und Israel erinnert, um für Gnade für das Volk Israel vor Gott zu beten.

 

Bitte zur Ehre Gottes
Ein wichtiger Punkt dabei ist, dass die Bitte zur Ehre Gottes dient, ähnlich zum Vater Unser: „geheiligt werde dein Name“ oder „dein Reich komme, dein Wille geschehe“. Viele Menschen können sicherlich von vielen unerhörten Gebeten berichten. Ein Grund für unerhörte Gebete kann die Intention des erbetenen darstellen: War es zur Ehre Gottes und der Ausbreitung seines Königreichs oder für die eigenen fleischlichen Begierden (hiermit sind nicht die täglichen Bedürfnissen gemeint)? Darauf wird auch in Jakobus 4,3 eingegangen: „ihr bittet und empfangt’s nicht, weil ihr in übler Absicht bittet, nämlich damit ihr’s für eure Gelüste vergeuden könnt.“ Als ein prominentes Beispiel für ein Gebet zur Ehre Gottes wäre hier das Gebet von König Salomo zu nennen, der um Weisheit zur rechten Leitung des Volkes Israel gebeten hat. Dies hatte Gott erhört, weil Salomo das erbetene uneigennützig für das Wohlergehen seines Volkes gebrauchen wollte und es so auch Ehre Gottes Namen brachte vor den heidnischen Völkern. Zuletzt erhörte Gott nicht nur Salomo‘s Gebet, sondern gab ihm auch, worum er nicht gebeten hatte: Reichtum und Ehre (1. Könige 3,7-14). Wenn aber beispielsweise um Reichtum oder Ehre gebeten wird, ist das Herz nicht auf Gott fokussiert, sondern allein auf das eigene Ego und Ansehen. Unser Handeln wird dann auch nicht mehr von Gott bestimmt sein, sondern von den fleischlichen Begierden, sodass es Gott keine Ehre bringt und sogar seinen Namen in Verruf bringen kann. Gott möchte seine Kinder segnen, ist dabei jedoch zuerst auf ihren Schutz und ihre persönliche Entwicklung bedacht, damit sie sich nicht von ihm entfernen und sogar letzten Endes in Sünde getrennt von ihm sterben. Wie es schließlich in Galater 6,8 heißt: „Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten…“.

 

Im nachfolgenden Teil 2b möchte ich mit euch auf die Haltung des Betenden beim Glauben eingehen und welche Aspekte dabei wichtig sind. Ich wünsche euch Gottes Segen und verbleibe mit Jakobus 4,2: „…ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet“.

 

Verfasser: Thomas Rempel

Bildquelle: Photo by Ran Berkovich on Unsplash 

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